Single, Mingle, Partnerschaft

Du wurdest gemingelt? Was bedeutet Mingle überhaupt? Mache unseren Mingle-Test!

Was ist ein Mingle und bin ich schon längst einer?

“Lass es uns locker angehen.”, “Ich will nichts Festes.”, “Eine feste Beziehung passt gerade nicht in mein Leben, aber wir haben ja eine tolle Zeit.”.

Aussagen wie diese hört man im Zeitalter von Tinder und Co häufig. Und oft führen sie zu einer bestimmten Art von Beziehung, nicht unbedingt nur eine Affäre, denn es geht nicht ausschließlich um Sex. Eigentlich ist man Teil einer Partnerschaft, doch man will unverbindlich bleiben, sich nicht festlegen: man ist Mingle.

Mingles: Keine Disney-Liebe

Dürfen wir vorstellen: Jan (23) und Anna (25). Jan ist für seinen Master nach München gezogen, Anna, ebenfalls neu in München, hat gerade begonnen in einem Start-Up zu arbeiten. Die beiden haben sich über Tinder kennengelernt. Ein Match und mehrere erfolgreiche Dates später vergeht kaum eine Woche ohne, dass sich die beiden sehen.

Doch Anna weiß, dass sie durch ihren neuen Job viel auf Reisen sein wird, eventuell auch längere Zeit im Ausland verbringen muss. Außerdem ist da noch ihr Ex-Freund Max, das war alles recht kompliziert und ist noch nicht verarbeitet.

Also hält sie, trotz aller positiven Gefühle, Jan an der langen Leine. Schreibt nicht immer sofort zurück, meldet sich auch mal ein paar Tage nicht. Wenn sie Zeit miteinander verbringen findet Anna es schön, aber wenn Jan am nächsten Morgen nach dem Frühstück noch etwas unternehmen will, muss sie dringend zu einem Meeting. Vielleicht trifft sie sich auch ab und zu noch mit Max.

Jan fand das zu Anfang super. Ungezwungen mit jemandem die neue Stadt zu erkunden, Zeit verbringen, Bett und Abendessen teilen. Anna gefällt ihm gut, sie ist hübsch und witzig und ihre zurückhaltende Art reizt ihn.

Doch eines Tages beginnt es ihn zu nerven, dass sie ihn so oft auf die Wartebank setzt. Dass sie ausweichend wird, wenn er laut darüber nachdenkt einen gemeinsamen Urlaub zu planen. Und als er einen Anruf von Max sieht - wegen dem Anna sogar schonmal vor ihm geheult hat - spürt er ein gemeines kleines Ziehen: Eifersucht. Und das passt nun so gar nicht in diese herrlich unkomplizierte Beziehung.

Zeitalter der Flexibilität

Mingle ist zum einen eine Wortmischung aus “mixed” und “Single”. Zum anderen bedeutet das englische "to mingle" sich vermischen im Sinne von "unter Leute kommen".

Mingle als Begriff für einen Beziehungsstatus geht weiter als der bekanntere Begriff “Friends with Benefits”, wo sich lediglich zwei mehr oder weniger gute Freunde ab und zu zum Sex verabreden. Als Mingle ist man quasi ein Paar, aber nur wenn einem danach ist.

Oft weiß man, dass man eigentlich eine Beziehung führt. Doch man will sich zu nichts bekennen, sich nicht offiziell binden. Denn das würde bedeuten, die eigene Freiheit aufzugeben und sein Leben nach einer anderen Person zu richten. Eine Vorstellung, die extrem abschreckend auf Menschen wirkt, die gerade dabei sind die Welt für sich zu erobern.

Der durchschnittliche Mingle ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, er oder sie lebt eher in der Großstadt als auf dem Land, ist gebildet und Technik- und Social-Media-affin. Er oder sie studiert oder arbeitet erst seit kurzem. Man hat das Leben vor sich und will alle Möglichkeiten ausschöpfen, denn davon gibt es unendlich viele, wie einem tagtäglich das Internet propagiert. Berufswegen oder einfach nur weil man Lust hat zieht man von einer Stadt in die andere oder wechselt sogar gleich das Land.

Singles in Deutschland

Wichtiger Teil dieser Mentalität ist das Singlesein, denn dies ist das Statussymbol eines unabhängigen Menschen. Der Glaube von vielen Singles: eine Beziehung bindet so sehr, dass man nicht mehr frei über das eigene Leben entscheiden kann. Also setzen sie auf unverbindliche Beziehungen, die in der Regel auch mit einem "Ich will gerade nichts Festes" eingeläutet werden. Fast jeder Mittzwanziger war schon einmal Teil einer Beziehung, die keine war, und dementsprechend Mingle.

Mingle-Sein: (K)ein Mittel gegen Einsamkeit

Nun will man aber trotzdem nicht ganz alleine sein, sondern einen Kinofilm auch mal zu zweit genießen und den Sonntag gemeinsam auf der Couch oder in den Bergen verbringen. Zweisamkeit, sowie körperliche Nähe, werden hoch geschätzt, sind sie doch menschliche Grundbedürfnisse. Aber nicht hoch genug, als dass man eine feste Bindung eingehen und seine persönliche Freiheit und Flexibilität einschränken würde.

Ein Mingle, das ist man trotzdem nicht alleine, sondern zu zweit. Man unternimmt gemeinsam Dinge, man schläft mit und eventuell auch beieinander. Aber wenn er mal eine Woche auf Geschäftsreise ist, ist er eben weg. Und wenn sie auf einer Party jemand anderen kennenlernt und mit demjenigen die Nacht verbringt, dann ist das kein Betrug. Denn man ist ja offiziell kein Paar.

Gefühle in Gefahr

Was viele aber unterschätzen: egal ob Männlein oder Weiblein, in der Regel werden mit der Zeit Gefühle verletzt! Sicher gibt es auch Menschen, die ihre Gefühle in solch einer Bindung vollkommen heraushalten können. Doch diese sind leider die Ausnahme.

Besonders gefährlich ist das für Menschen, die eigentlich auf der Suche nach einem festen Partner sind. Vor allem Frauen sind hier gefährdet: Oft fühlen sie sich von einer Aussage wie "Ich bin gerade nicht für eine Beziehung zu haben, aber wir können ja ein bisschen Spaß haben" verführt zu denken, sie könnten ihn umdrehen. Nicht, dass es da nicht auch Erfolgsgeschichten zu erzählen gäbe. Doch in 90 Prozent der Fälle gehen Frauen mit ihrer "Der weiß nur noch nicht, dass ich die letzte Cola in der Wüste bin"-Attitüde gnadenlos unter. Denn wenn Mann keine Beziehung will, will er meistens tatsächlich einfach keine Beziehung - zumindest nicht mit dir!

Ghosting, Benching, Mingeln?

Wer es zum Mingel geschafft hat, hat vielleicht schon die beiden fiesesten Verhaltensweisen bei der heutigen Partnersuche überstanden. Oder sie stehen einem kurz bevor. Augen auf beim Partner(App)kauf!

Benching

Wenn du ständig Absagen zu Verabredungen erhält, aber immerhin noch Antworten, ist das ein klassischer Fall von Benching. Du wirst wortwörtlich auf die lange Bank geschoben. Das kann auf verschiedene Arten geschehen: 

  • Manch einer gibt dir das Gefühl, doch irgendwie die Richtige zu sein, es ist eben nur nicht der richtige Zeitpunkt. Das ist besonders perfide, denn du läufst Gefahr, Hoffnungen in eine Zukunft zu setzen, die es so nie geben wird. Und er kann immer mal wieder auf dich zurückgreifen.
  • Andere schreiben dir immer frech und flirty zurück, sind jedoch nie für ein Date frei. Triffst du sie aber auf einer Party und sie findet niemand besseren, knutscht sie zumindst ein bisschen mit dir rum. Danach hörst du wieder wochenlang nichts von ihr.

Ghosting

Erhältst du gar keine Antwort mehr und das ohne Schlussstrich, hat sich dein Gegenüber in einen Geist verwandelt - Ghosting eben. Dies kann sehr verletztend sein und dich schier in den Wahnsinn treiben, denn Selbstzweifel gibt es gratis dazu: Bin ich es nicht einmal wert, dass man mir klar sagt, was Sache ist?

Mingeln

Wie im Artikel ausführlich zu lesen ist, ist auch dies nicht die feine Art. Jedoch beruht es meistens auf Gegenseitigkeit. Aber das Ende geschieht meistens durch Ghosting und Benching: oft wird die verweigerte Verpflichtung auch als Vorwand angesehen, sich für ein spontanes Verschwinden nicht rechtfertigen oder überhaupt mitteilen zu müssen.

All diese nicht besonders netten Vorhergehensweisen werden einer bestimmten Generation zugeschrieben: der sagenumwobenen Generation Y.

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Generation Y - oder die Generation Bindungsunfähig

Man könnte, althergebracht, Männern vorwerfen den Minglestatus vorzugeben. Tatsächlich sind sie diejenigen, die von Anfang an eine dahindeutende Aussage treffen, gerne schon beim esten oder zweiten Treffen, wenn nicht schon in den ersten Tinder-Nachrichten.

Frauen sind da weniger vorschnell, obwohl sie sich oft auch schon von Anfang an sicher sind, ob ihr Date ihr neuer Partner werden könnte oder nicht. Sie warten gerne eine Weile ab und vergeben dann Körbe über Körbe sobald es ihnen zu viel wird. Oder sie melden sich einfach gar nicht mehr.

Mingel sein ist also das Phänomen einer ganzen Generation, eine Generation, die seit einigen Jahren als unentschlossen und entscheidungsunfreudig in der Öffentlichkeit gezeichnet wird. Und sowohl Männer als auch Frauen fühlen sich damit wohl, keine Entscheidung fällen zu müssen.

Der Nachteil ist aber, dass ein Part oft nicht einmal weiß, dass er Mingle ist. Er oder sie denkt, man befinde sich in einer Vorstufe zur festen Beziehung und die entscheidende Frage “Sind wir jetzt eigentlich ein Paar?” liegt einem schon auf der Zunge. Und eine Enttäuschung eventuell direkt vor der Nase.

Hilfe! Ich will kein Mingle sein

Doch was tun, wenn man merkt, dass man Mingle ist und es für einen nicht das Wahre ist? Wenn man gerne eine feste Partnerschaft hätte, mit allen Vorteilen, aber auch Verpflichtungen und Verbindlichkeiten?

Hier gilt es auszuloten, ob man mit dem Gegenüber an so einen Punkt kommen könnte. Im besten Fall klärt man von Anfang an die Fronten. Denn, dass irgendwann zumindest einer an den Punkt kommt, an dem sich tiefere Gefühle entwickeln und man sich festlegen will, ist quasi Prämisse des Mingle-Seins.

Aber wenn dies einseitig bleibt, sollte man sich anderweitig umschauen - denn Gott sei Dank ist Generation Y eben nur ein Konstrukt und nicht die absolute Realität. Nicht alle großstädtischen Studenten und Startup-Unternehmer verweigern feste Beziehungen. Man muss nur den oder die Richtige finden. Seriöse Partnervermittlungen können eine große Hilfe sein - denn hier trifft man auf Gleichgesinnte.

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